Behandlungen

DIE BEHANDLUNG

Ergotherapie ist ein vom Arzt zu verordnendes Heilmittel und wird von den Krankenkassen übernommen. Die Verordnung für eine ambulante Ergotherapie stellt also der behandelnde Arzt aus. Pro Verordnung (Rezept) müssen Patienten in der Regel eine Zuzahlung von 10 % selbst tragen. Die erste Verordnung umfasst üblicherweise zehn Behandlungseinheiten. Erfolgt danach eine Weiterbehandlung, so werden in der Regel erneut zehn Therapieeinheiten verordnet. Eine Therapieeinheit beträgt je nach durchgeführter Maßnahme zwischen 30 und 60 Minuten. Die Frequenz der Behandlungstermine ist abhängig von der Situation der Betroffenen. Bei medizinischer Notwendigkeit, wenn ein Patient also nicht in die Praxis kommen kann, findet Ergotherapie auch als Hausbesuch statt.

BEHANDLUNGSABLAUF

Am Anfang jeder Behandlung steht immer eine ausführliche Funktionsanalyse und Befunderhebung, sowie das Erstellen eines gemeinsamen Behandlungsplanes mit Berücksichtigung individueller Bedürfnisse. Die Therapie erfolgt je nach Mobilität des Patienten in der Praxis oder als Hausbesuch.

  • Nach einem sorgfältigen Aufnahmegespräch und der ergotherapeutischen Befunderhebung werden Sie, und bei Bedarf Ihre Angehörigen, in die Planung Ihrer Therapie einbezogen.
  • Ihre Ziele werden erfragt.
  • Gemeinsam mit Ihnen werden das Vorgehen festgelegt und die Art der Behandlung besprochen.
  • Alle Fragen zu Ihrer Behandlung werden Ihnen umfassend und für Sie nachvollziehbar erläutert.
  • Ihre persönliche Befindlichkeit wird in der Behandlung berücksichtigt, so dass Sie sich mit Ihren Problemen angenommen und in der Ergotherapie gut aufgehoben fühlen.
  • Gegen Ende der Behandlungen (evtl. auch häufiger), die auf einer Verordnung verschrieben sind, werden wir mit Ihnen prüfen, ob die eingangs vereinbarten Therapieziele erreicht wurden. So finden wir gemeinsam heraus, ob die Therapie erfolgreich war oder noch weiterer Therapiebedarf besteht, um die gewünschten Verbesserungen zu erzielen. Ergänzend werden spezifische Anregungen und Übungen für zuhause entwickelt.

 

UNSERE BEHANDLUNGSSCHWERPUNKTE

PÄDIATRIE

Bei Kindern und Jugendlichen liegt der Schwerpunkt vorrangig auf den Alltagsfähigkeiten. Behandelt werden Kinder vom Säuglings- bis ins Jugendalter, deren Selbständigkeit und Handlungsfähigkeit durch eine verzögerte Entwicklung und/ oder eine angeborene bzw. erworbene Behinderung bedroht oder eingeschränkt sind.

Indikationen:

Das Kind weicht in seiner motorischen, perzeptiven, kognitiven, psychischen oder sozialen Entwicklung gegenüber seinen Altersgenossen deutlich ab. Ein organischer Befund liegt häufig nicht vor. Es handelt sich meistens um eine Entwicklungsverzögerung in einem oder mehreren der folgenden Bereiche:

Motorik: Gleichgewicht, Koordination, Kraft, Grob- und Feinmotorik

Wahrnehmung : Aufnahme, Verarbeitung von Sinnesreizen

Lernen, Denken, Gedächtnis, Sprache, Basisfunktionen der Lese-, Schreibe-, Rechenprozesse

Konzentration und Aufmerksamkeit

Handlungsplanung und –gestaltung

Psyche und Sozialverhalten: Ängste, Verdrängungsmechanismen, fehlendes Realität- und Selbstbewusstsein, Antriebs- und Motivationssteuerung (Hyperaktivität, Passivität)

Bewegungsfähigkeit, z. B. Lähmungen, Verletzungen, Haltungsfehler

Insbesondere in der Arbeit mit Kindern gelten folgende Grundprinzipien:

Das Lernen erfolgt am effektivsten über lustbetonte, spielerische Übungsangebote, an denen das Kind aktiv beteiligt ist. Es soll den Spaß an Bewegung, am Ausprobieren, am Variieren und Lernen wiedergewinnen, damit es nicht sich und seiner Weiterentwicklung durch erworbenes Vermeidungsverhalten im Weg steht. Es werden keine Einzelfähigkeiten stur eingeübt, sondern an den Basisfunktionen gearbeitet. Die Therapie setzt bei dem Entwicklungsstand an, an dem das Kind sich gerade befindet. Besondere Stärken des Kindes, wie z.B. Kreativität, können in der Therapie nützlich eingesetzt werden.

Die Therapie findet je nach Indikation als Einzel- oder Gruppenbehandlung (z.B. Psychomotorikgruppe) statt.

 

NEUROLOGIE

Neurologische Erkrankungen bringen sehr häufig große Einschränkungen im alltäglichen Leben mit sich. Hier werden vor allem Erkrankungen des Zentralen Nervensystems zum Beispiel Zustand nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen, Querschnittlähmungen, Multiple Sklerose oder Parkinson-Syndrom behandelt.

Aufgaben der Ergotherapie sind:

Therapie der Störung und Herstellung des vor der Erkrankung bekannten Zustandes

Hemmung und Abbau krankhafter Haltungs- und Bewegungsmuster und Erlernen und Üben normaler Bewegungen

Verbesserung der Verarbeitung von Sinnesreizen

sensorische Integration

Behandlung von Störungen der Grob- und Feinmotorik

Verbesserung von Gleichgewichtsempfindungen und der Gleichgewichtsreaktionen.

Verbesserung von neuropsychologischen Defiziten und Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit, Gedächtnis oder Lese-Sinn-Verständnis, das Erkennen von Gegenständen oder das Erfassen von Räumen, Zeit und Personen

Erlernen von Ersatzfunktionen, Kompensationsmechanismen

Entwicklung und Verbesserung der Fähigkeiten unter anderem in den Bereichen der Gefühlssteuerung, der Affekte oder der Kommunikation

Training von Alltagsaktivitäten im Hinblick auf die persönliche, häusliche und berufliche Selbständigkeit

Beratung bezüglich geeigneter Hilfsmittel und Änderungen im häuslichen und beruflichen Umfeld, eventuell Anpassung von Hilfsmitteln

 

ORTHOPÄDIE, TRAUMATOLOGIE UND RHEUMATOLOGIE

Bei Klienten mit orthopädischen oder rheumatologischen Problemen oder Erkrankungen geht es vorrangig um die (Wieder-) Herstellung der größtmöglichen Mobilität.

ergotherapeutisch werden Menschen behandelt mit Störungen des Bewegungsapparates, z. B. bei oder nach:

traumatischen und degenerativen Störungen der oberen und unteren Extremitäten

 

und der Wirbelsäule, z.B. Knochenbrüche

Amputationen

Querschnittlähmungen

Dysmelien

Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

Kontrakturprophylaxe, z.B. bei geriatrischen und Wachkomapatienten

Narbenbehandlung

Die Arbeit geschieht hauptsächlich über motorisch-funktionelles Training. Weiterhin werden Hilfsmittel angepasst und deren Handhabung geübt, und der Wohnraum des Betroffenen bei Bedarf adaptiert. Besonderer Schwerpunkt ist die (Wieder)Herstellung der motorischen Fertigkeiten, um eine größtmögliche Selbstständigkeit z.B. beim Essen, Trinken, Waschen und Anziehen (Aktivitäten des täglichen Lebens) zu erreichen.

 

GERIATRIE

Durch verschiedenste Erkrankungen wird die geistige und körperliche Selbständigkeit vieler älterer Menschen stark eingeschränkt. Ergotherapeutisch behandelt werden ältere Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen aus den Fachgebieten der Neurologie, Inneren Medizin, Orthopädie, Chirurgie und Psychiatrie, die aufgrund der oben genannten Störungsbilder und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) in Senioren- und Pflegeheimen leben.

Ziele der Ergotherapie sind:

Förderung und Stabilisierung von vorhandenen und verloren gegangenen geistigen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten

Vermeidung/Verminderung von Abhängigkeit und Isolation

Erhalt der größtmöglichen Selbständigkeit im Alltag

Erweiterung und Erhaltung des Bewegungsausmaßes aller Gelenke, Kontrakturprophylaxe

Verbesserung der Handlungs- und Bewegungsplanung und –durchführung

Förderung der Wahrnehmung in allen Sinnesbereichen

Förderung und Stabilisierung von Gedächtnisleistungen, Aufmerksamkeit, Konzentration und Orientierung

Verbesserung und Erhaltung von individuell bestimmter Lebensqualität

Sturzprophylaxe

 

PSYCHIATRIE

Psychische Erkrankungen können in jedem Alter auftreten. Ergotherapie in der Psychiatrie bietet Menschen aller Altersstufen die Möglichkeit, ihre eigenen Potenziale (wieder) zu entdecken und durch die Erkrankung verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen.

Zu den Krankheitsbildern gehören unter anderem:

psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter

Angststörungen

Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Depressionen, Schizophrenien, Essstörungen, affektive Störungen

dementielle Syndrome

Störungen bei Alkohol-, Drogen- und Medikamentensucht

hirnorganisches Psychosyndrom

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